Ratgeber10 Min. Lesezeit

Zalando Bildrichtlinien: Pflichtbilder, 1:1,44 und die Wahrheit hinter der Zahl 7

Was Zalando von Produktbildern verlangt

Zalando verlangt für Mode drei regelkonforme Bilder je Artikel: eine Katalogansicht — entweder ein Primary Packshot oder ein Front Crop — plus zwei weitere regelkonforme Ansichten. Alle Bilder im Seitenverhältnis 1:1,44 im Hochformat, mindestens 762 × 1100 px, als JPG mit maximal 20 MB. Im Premium- und Designer-Segment sind es fünf Pflichtbilder.

Wenn dir diese Zahl niedrig vorkommt, liegt das vermutlich an einer Zahl, die im deutschsprachigen Netz seit Jahren kursiert. Dazu weiter unten ein eigener Abschnitt — sie ist falsch, und sie kostet Geld.

Stand: August 2026. Verbindlich ist ausschließlich die Zalando Partner University im Partnerzugang; die Vorgaben unterscheiden sich je Sortimentsbereich und werden gepflegt. Diese Seite gibt wieder, was Zalando dort öffentlich dokumentiert. Primärquelle sind Zalandos Image Guidelines in der Partner University, die ohne Login abrufbar sind; von dort stammen Seitenverhältnis, Mindestgrößen, Hintergrundcodes und die Pflichtzahlen dieser Seite (zuletzt geprüft am 13. August 2026).

Die Anforderungen im Überblick

Anforderung Vorgabe
Seitenverhältnis (Breite × Höhe) 1:1,44, Hochformat
Mindestgröße 762 × 1100 px (Premium/Designer: 1800 × 2600 px)
Best Practice 1801 × 2600 px
Dateiformat JPG/JPEG
Maximale Dateigröße 20 MB
Hintergrund Packshot Verbindlich R255 G255 B255 / #FFFFFF
Hintergrund Model-Ansicht Best Practice R241 G241 B241 / #F1F1F1
Pflichtbilder Mode, Kids, Lingerie, Sport, die meisten Accessoires 3 (eine Katalogansicht plus zwei weitere)
Pflichtbilder Premium/Designer-Mode 5: Primary Packshot, Front Crop, Full Body Style View, Back View, Detail View
Pflichtbilder Schuhe, Taschen, Schmuck 3
Pflichtbilder Unterwäsche, Strumpfwaren, Socken, Strumpfhosen 2
Pflichtbilder Beauty, Spielzeug, Elektronik, Sportgeräte 1 Primary Packshot

Die Zahl 7: woher sie kommt und warum sie falsch ist

Praktisch jede deutschsprachige Übersicht zu Zalando-Bildrichtlinien nennt „7 Ansichten je Artikel". Diese Zahl steht nicht in Zalandos Partnerdokumentation. Dort ist für Mode von drei regelkonformen Bildern die Rede, für Premium und Designer von fünf.

Die Sieben hat allerdings eine belegbare Herkunft, und die liegt bei Zalando selbst: Der Produktdaten-Feed bietet sieben Bildplätze je Artikel — die Felder images_01 bis images_07. Sieben ist damit die Zahl der Slots, die ein Artikel im Feed überhaupt belegen kann, nicht die Zahl der Ansichten, die Zalando verlangt. Aus „bis zu sieben möglich" wurde in der Weitergabe „sieben gefordert" — ein Maximum, das als Minimum zitiert wird.

Dass sich die falsche Lesart so hartnäckig hält, dürfte einen zweiten Grund haben: Auch Amazon erlaubt für Mode maximal sieben Bilder je Produkt, ein Hauptbild plus bis zu sechs weitere. Zwei Marktplätze, dieselbe Sieben, in beiden Fällen eine Obergrenze — das lässt die Zahl wie eine Branchennorm aussehen, die es so nie gab.

Warum das mehr ist als eine Fußnote: Wer für Zalando mit sieben Pflichtansichten kalkuliert, plant mehr als das Doppelte an Bildproduktion ein. Bei 300 Artikeln sind das 1.200 Bilder zu viel — zu Marktpreisen für E-Commerce-Aufnahmen von 15 bis 25 Euro je Bild eine fünfstellige Fehlplanung. Die vollständige Kostenaufschlüsselung steht im Beitrag Produktfotografie Preise 2026.

Der umgekehrte Fehler ist allerdings genauso teuer: Drei Bilder sind das Minimum für die Freischaltung, nicht das Optimum für den Verkauf. Rückansicht und Materialdetail wirken nachweislich auf Retouren, nicht auf Conversion — weshalb sie beim Sparen als Erstes wegfallen und dann auf der Kostenseite wiederkommen. Mehr dazu im Beitrag Wie viele Produktbilder pro Artikel.

Packshot oder Model-Ansicht: was Zalando als Katalogansicht akzeptiert

Die Katalogansicht ist das Bild, das in Listen und Suchergebnissen erscheint. Zalando lässt dafür zwei Varianten zu:

  • Primary Packshot: das Kleidungsstück ohne Person — als Hohlform (Invisible Mannequin) oder als Legeaufnahme. Hintergrund verbindlich reinweiß (#FFFFFF). Anschnitt ist hier nicht erlaubt: Der Artikel muss vollständig im Bild sein.
  • Front Crop: die Frontalansicht an einer echten Person. Ein leichter Anschnitt ist zulässig, solange der Artikel vollständig erkennbar bleibt.

Wichtig für die Planung: Ein farbiger Packshot ist als Zusatzbild erlaubt, aber nicht als Katalogansicht. Und eine Model-Ansicht vor reinweißem Hintergrund ersetzt den Packshot nicht automatisch — die beiden Bildtypen haben unterschiedliche Regeln.

Die Model-Regeln, die am häufigsten übersehen werden

Zalando macht für Model-Aufnahmen eine Reihe konkreter Vorgaben, die in Sekundärquellen selten auftauchen:

  • Models tragen Schuhe.
  • Ärmel werden nicht hochgekrempelt oder umgeschlagen; die volle Ärmellänge muss sichtbar sein.
  • Weite Oberteile werden mit schmalen Hosen kombiniert und umgekehrt, damit die Silhouette des beworbenen Teils lesbar bleibt.
  • Über alle Bilder eines Artikels hinweg soll dasselbe Model zu sehen sein. Ausnahme: genderlose bzw. Unisex-Artikel sowie size-inclusive Artikel — dort sind mehrere Models zulässig.
  • Bei Damenmode gehört unter transparente Stoffe ein nudefarbener oder schwarzer BH.
  • Sitzende Models sind für Front Crop, Rückansicht und weitere Ansichten zulässig.
  • Bei Umstandsmode wird das Model im 45-Grad-Winkel positioniert, der Bauch zur linken Bildseite.
  • Zalando fordert ausdrücklich den Einsatz verschiedener Größen im Modelcasting.

Diese Regeln sind für die Produktionsplanung relevanter, als sie klingen: Sie bestimmen, wie viele Modeltage man braucht und wie streng die Sortierung der Artikel nach Model sein muss.

Die häufigsten Ablehnungsgründe

Zalando lehnt einzelne Bilder ab, nicht nur ganze Artikel. Diese Gründe sind dokumentiert und tauchen in der Praxis am häufigsten auf:

  • Doppelt eingereichte Aufnahmen. Dasselbe Bild mehrfach hochzuladen, um die Pflichtzahl zu erreichen, ist ausdrücklich unzulässig und führt zur Ablehnung. Das ist der häufigste Abkürzungsversuch — und der am zuverlässigsten erkannte.
  • Hintergrund außerhalb der Vorgabe. Unruhige Hintergründe, sichtbare Möbel, harte Schatten oder Requisiten. Für Packshots gilt reinweiß ohne Toleranz nach unten.
  • Fehlende Pflichtansichten. Wenn eine für die Warengruppe erforderliche Ansicht fehlt, geht der Artikel nicht online. Die Zahl unterscheidet sich je Sortiment — genau deshalb ist der Blick in die eigene Warengruppe unverzichtbar.
  • Wasserzeichen, Logos und eingebrannter Text. Auch Händlerlogos in der Ecke zählen dazu.
  • Unschärfe und mangelnde Erkennbarkeit. Eine formal korrekte Dateigröße rettet ein unscharfes Bild nicht — geprüft wird, ob der Artikel erkennbar ist.
  • Falsches Seitenverhältnis. Der Klassiker beim Mehrkanalvertrieb: quadratische Bilder aus dem eigenen Shop erfüllen 1:1,44 nicht.

Eine Shot-Liste, die die Vorgaben sicher erfüllt

Für einen Mode-Artikel im Standardsortiment deckt diese Reihenfolge die Pflicht ab und lässt Luft nach oben:

  1. Primary Packshot — Hohlform oder Legeaufnahme, reinweiß (#FFFFFF), vollständig im Bild, kein Anschnitt. Erfüllt die Katalogansicht.
  2. Front Crop am Model — Frontalansicht, Hintergrund #F1F1F1, leichter Anschnitt zulässig. Erfüllt die zweite Pflichtansicht und ist zugleich die Alternative zur Katalogansicht.
  3. Rückansicht am Model — erfüllt die dritte Pflichtansicht.
  4. Seitenansicht oder Dreiviertelansicht — freiwillig, aber der stärkste vierte Kandidat für Teile mit Volumen.
  5. Detailaufnahme von Material, Naht oder Verschluss.
  6. Full Body Style View — für Premium/Designer Pflicht, sonst der beste Kandidat, wenn Länge und Proportion die Kaufentscheidung tragen.

Für Premium- und Designer-Mode sind die Positionen 1, 2, 3, 5 und 6 sämtlich Pflicht — dort ist die Liste also nicht optional, sondern die Mindestproduktion.

Wie sich die Ansichten ohne Shooting erzeugen lassen

Die Positionen 2 bis 6 der Liste sind Varianten desselben Kleidungsstücks: dieselbe Ware, andere Pose, andere Perspektive. Genau diese Ansichten lassen sich aus einem vorhandenen Produktfoto generieren. GridShot liefert je Lauf 16 bis 25 Posen-Varianten in 5 bis 15 Minuten, aus denen ausgewählt wird; abgerechnet wird 1 US-Dollar je veröffentlichtem Bild plus die tatsächlich angefallenen Rechenkosten von wenigen Cent. Neue Konten starten mit 10 US-Dollar Guthaben.

Was dabei ehrlich dazugehört, weil es sonst zu Enttäuschungen führt:

  • Der Packshot bleibt eine Kameraaufgabe. Position 1 der Shot-Liste — Hohlform oder Legeaufnahme vor reinweiß — ist klassische Produktfotografie. Der generierte Weg ersetzt nicht das erste Bild eines Artikels, sondern die Ansichten danach.
  • Das exakte Format entsteht im letzten Schritt. 1:1,44 ist ein ungewöhnliches Seitenverhältnis und kein Standardformat der Bildgenerierung. Der Zuschnitt auf 1:1,44 und der Export nach 1801 × 2600 px gehören in die eigene Bildpipeline, hinter die Generierung. Wer im Hochformat mit Reserve am oberen und unteren Bildrand generiert, kann sauber auf 1:1,44 beschneiden, ohne Kopf oder Füße zu verlieren.
  • Die Model-Regeln gelten unverändert. Ob Schuhe getragen werden, ob die Ärmellänge stimmt und ob über alle Bilder dasselbe Model zu sehen ist, prüft am Ende ein Mensch bei der Freigabe — generiert oder fotografiert macht dabei keinen Unterschied.

Produkte kommen per URL-Import ins System, größere Sortimente per CSV-Import; für Shopify-Kataloge gibt es eine eigene Anbindung. Die Anforderungen der anderen Marktplätze stehen im Überblick zu den Bildrichtlinien der Mode-Marktplätze.

Checkliste für Zalando

  1. Eigene Warengruppe in der Zalando Partner University nachgelesen — die Pflichtzahl unterscheidet sich je Sortiment.
  2. Seitenverhältnis exakt 1:1,44 im Hochformat, nicht 3:4 und nicht quadratisch.
  3. Mindestens 762 × 1100 px, besser 1801 × 2600 px; Premium/Designer mindestens 1800 × 2600 px.
  4. JPG, maximal 20 MB je Datei.
  5. Katalogansicht festgelegt: Primary Packshot (#FFFFFF, kein Anschnitt) oder Front Crop.
  6. Model-Ansichten auf #F1F1F1 als Best Practice.
  7. Drei verschiedene Aufnahmen, kein Bild doppelt eingereicht.
  8. Model-Regeln geprüft: Schuhe, Ärmellänge, gleiches Model über alle Bilder.
  9. Keine Wasserzeichen, Logos oder eingebrannten Texte.
  10. Einen Testartikel vollständig eingespielt, bevor das Sortiment folgt.

Häufige Fragen zu den Zalando Bildrichtlinien

Wie viele Bilder verlangt Zalando je Artikel?

Für Mode drei regelkonforme Bilder: eine Katalogansicht — Primary Packshot oder Front Crop — plus zwei weitere Ansichten. Für Premium- und Designer-Mode sind es fünf: Primary Packshot, Front Crop, Full Body Style View, Rückansicht und Detailansicht. Unterwäsche, Strumpfwaren und Socken benötigen zwei Bilder. Verbindlich ist die eigene Warengruppe im Partnerzugang. Stand: August 2026.

Welches Seitenverhältnis und welche Auflösung verlangt Zalando?

Das Seitenverhältnis beträgt 1:1,44 (Breite zu Höhe) im Hochformat. Die Mindestgröße liegt bei 762 × 1100 px, die Best-Practice-Größe bei 1801 × 2600 px; für Designer-Marken gilt eine Mindestgröße von 1800 × 2600 px. Dateiformat ist JPG/JPEG mit maximal 20 MB.

Welchen Hintergrund verlangt Zalando?

Für Primary Packshots ist reinweiß verbindlich, mit dem Farbcode R255 G255 B255 beziehungsweise #FFFFFF. Für Model-Ansichten empfiehlt Zalando als Best Practice ein helles Grau mit R241 G241 B241 beziehungsweise #F1F1F1. Farbige Packshots sind nur als zusätzliche Ansicht zulässig, nicht als Katalogansicht.

Stimmt es, dass Zalando 7 Ansichten je Artikel verlangt?

Nein. Diese Zahl kursiert in vielen deutschsprachigen Übersichten, steht aber nicht in Zalandos Partnerdokumentation. Verlangt sind für Mode drei regelkonforme Bilder, im Premium- und Designer-Segment fünf. Die Sieben hat eine belegbare Herkunft: Zalandos Produktdaten-Feed bietet sieben Bildplätze je Artikel (images_01 bis images_07). Sieben ist also das Maximum an Bild-Slots im Feed — nicht die Pflicht. Wer mit sieben Pflichtbildern kalkuliert, plant mehr als das Doppelte an Produktion ein.

Warum werden Bilder bei Zalando abgelehnt?

Die häufigsten dokumentierten Gründe sind mehrfach eingereichte identische Aufnahmen, ein Hintergrund außerhalb der Vorgabe, fehlende Pflichtansichten der jeweiligen Warengruppe, Wasserzeichen oder Logos, Unschärfe trotz korrekter Dateigröße und ein falsches Seitenverhältnis — typischerweise quadratische Bilder aus dem eigenen Shop.

Bereit, es selbst auszuprobieren?

Erstelle deine ersten Produktfotos in unter 5 Minuten. Kostenlos.

Kostenlos starten