Bildrichtlinien der Mode-Marktplätze: Zalando, Otto, Amazon und About You im Überblick
Die Bildanforderungen der vier großen Mode-Marktplätze
Wer Mode über Zalando, Otto, Amazon oder About You verkauft, entscheidet über seine Produktbilder nur zum Teil selbst. Jeder der vier Marktplätze gibt Seitenverhältnis, Mindestauflösung, Hintergrund und eine Mindestzahl an Ansichten vor — und lehnt Artikel ab, die davon abweichen. Diese Übersicht stellt die vier Regelwerke nebeneinander; für jeden Marktplatz gibt es zusätzlich eine ausführliche Einzelseite.
Stand: August 2026. Verbindlich ist in allen vier Fällen ausschließlich der jeweilige Händler- beziehungsweise Partnerbereich. Diese Seite ist eine Orientierung für die Produktionsplanung, kein Ersatz für den Blick in die eigenen Onboarding-Unterlagen. Wo eine Anforderung öffentlich dokumentiert ist, steht sie hier mit Zahl; wo sie es nicht ist, steht das ausdrücklich dabei — geraten wird nicht.
Primärquellen: Zalando Image Guidelines in der Partner University — öffentlich abrufbar und Grundlage der Zalando-Zeilen unten. Für Amazon: die öffentlichen Bildanforderungen auf den Verkäuferseiten sowie die modespezifischen Seller Imaging Guidelines für Clothing & Accessories (PDF, Frühjahr 2021). Für About You die Onboarding-Dokumentation im Seller Center. Für Otto existiert keine öffentliche Bildspezifikation; die Partnerseite otto.market beschreibt nur Zugang und Konditionen. Alle Links zuletzt geprüft am 13. August 2026.
Die vier Marktplätze im direkten Vergleich
| Marktplatz | Seitenverhältnis und Mindestgröße | Pflichtansichten (Mode) | Hintergrund Hauptbild | Quellenlage |
|---|---|---|---|---|
| Zalando | 1:1,44 (Hochformat), mindestens 762 × 1100 px, Best Practice 1801 × 2600 px, JPG, max. 20 MB | 3 regelkonforme Bilder: eine Katalogansicht plus zwei weitere; Premium/Designer 5 | Packshot verbindlich #FFFFFF; Model-Ansicht als Best Practice #F1F1F1 | Öffentlich dokumentiert (Zalando Partner University) |
| Otto | Kein öffentlich dokumentiertes Seitenverhältnis; von Integrationsanbietern übereinstimmend genannt: mindestens 500 × 1000 px, maximal 4500 px Kantenlänge, JPG/PNG, nur RGB | Keine öffentlich dokumentierte Pflichtzahl — Vorgaben je Sortimentsbereich im Partnerbereich | Hell und neutral (weiß, hellgrau, off-white); Produkt füllt rund 85 % der Fläche | Keine öffentliche Primärquelle — verbindlich ist der Partnerbereich |
| Amazon (Mode) | Mindestens 1600 px Höhe, maximal 10.000 px längste Seite, 72 dpi, JPEG bevorzugt | Mindestens 5, maximal 7 Bilder je Produkt (1 Hauptbild plus bis zu 6 weitere) | Hauptbild reinweiß, RGB 255/255/255 (#FFFFFF); Erwachsenenmode am Model | Öffentlich dokumentiert (Amazon Seller Imaging Guidelines, Ausgabe Frühjahr 2021) |
| About You | 3:4 (Hochformat), mindestens 1125 × 1500 px, empfohlen 1500 × 2000 px, JPEG max. 2 MB / PNG max. 4 MB | Mindestens eine Büsten-Ansicht plus eine Model-Ansicht; empfohlen 1–2 Büste, 2–4 Model, 1–2 Detail | Büste weiß oder transparent; Model-Ansicht helles Grau #F4F4F5 | Öffentlich dokumentiert (About You Partner Documentation) |
Warum im Netz falsche Zahlen kursieren
Bei der Recherche für diese Seite ist ein Muster aufgefallen, das erklärt, warum Händler regelmäßig mit falschen Annahmen in ein Onboarding gehen: Die meistzitierten Zahlen stammen nicht von den Marktplätzen, sondern aus Sekundärquellen, die voneinander abschreiben.
Das prominenteste Beispiel ist Zalando. In deutschsprachigen Übersichten wird häufig „7 Ansichten je Artikel" zitiert. In Zalandos eigener Partnerdokumentation steht diese Zahl nicht. Dort sind für Mode drei regelkonforme Bilder verlangt: eine Katalogansicht plus zwei weitere. Fünf sind es nur im Premium- und Designer-Segment. Die Sieben hat eine belegbare Herkunft: Zalandos Produktdaten-Feed bietet sieben Bildplätze je Artikel (images_01 bis images_07). Sieben ist also das Maximum an Bild-Slots im Feed — nicht die Pflicht. Wer auf Basis der falschen Zahl kalkuliert, plant für Zalando mehr als das Doppelte an Pflicht-Bildproduktion ein.
Die praktische Konsequenz: Für die Produktionsplanung sind Sekundärquellen brauchbar, für die Freigabe nicht. Vor jedem Onboarding gehört die eigene Warengruppe einmal im Partnerbereich nachgelesen — das ist eine halbe Stunde Arbeit und verhindert abgelehnte Listings, die anschließend Wochen kosten.
Was alle vier gemeinsam verlangen
So unterschiedlich die Zahlen sind, die inhaltliche Schnittmenge ist groß. Wer diese fünf Punkte erfüllt, erfüllt überall den größten Teil des Regelwerks:
- Hochformat. Zalando verlangt 1:1,44, About You 3:4, Amazon eine Mindesthöhe von 1600 px. Kein Marktplatz in dieser Runde will quadratische Modebilder als Standard. Wer im Quadrat produziert, produziert für die Nachbearbeitung.
- Neutraler, heller Hintergrund im Hauptbild. Reinweiß bei Zalando-Packshots und Amazon-Hauptbildern, weiß oder transparent bei About-You-Büstenbildern, hell und neutral bei Otto.
- Ein Produkt je Bild, ohne Beiwerk. Requisiten, die nicht mitgeliefert werden, Preisangaben, Logos, Wasserzeichen und Siegel sind durchgängig unerwünscht oder verboten.
- Mehrere echte Perspektiven. Alle vier verlangen mehr als das Frontbild, und alle vier verbieten oder sanktionieren es, dieselbe Aufnahme mehrfach einzureichen, um die Pflichtzahl zu erreichen.
- Auflösung fürs Zoomen. Die Untergrenzen unterscheiden sich, das Motiv ist dasselbe: Der Kunde soll ins Material hineinzoomen können.
Wo sie sich unterscheiden — und was das kostet
Die Unterschiede liegen weniger in der Philosophie als in drei konkreten Punkten, die sich in der Produktion direkt in Aufwand übersetzen:
- Das Seitenverhältnis ist der teuerste Unterschied. Zalandos 1:1,44 und About Yous 3:4 sind nicht dasselbe Format. Ein Bild, das für das eine produziert wurde, lässt sich für das andere nur beschneiden — und dabei geht entweder Kopf oder Fuß verloren. Wer beide Kanäle bedient, produziert deshalb mit Reserve am oberen und unteren Bildrand.
- Die Model-Frage wird gegensätzlich beantwortet. Amazon verlangt für Erwachsenenmode ausdrücklich das Model im Hauptbild und verbietet dort ebenso ausdrücklich sichtbare Schaufensterpuppen und Ghost Mannequins. Zalando erlaubt als Katalogansicht wahlweise den Packshot mit Hohlform oder die Model-Ansicht. About You verlangt beides nebeneinander: eine Büsten-Ansicht und eine Model-Ansicht.
- Die Pflichtzahl schwankt zwischen zwei und sieben. Das ist der Grund, warum eine pauschale Antwort auf die Frage wie viele Produktbilder pro Artikel nötig sind, in Wahrheit vom Kanalmix abhängt und nicht von der Warengruppe allein.
Die Produktionslogik: für die strengste Vorgabe produzieren
Aus der Tabelle folgt eine Regel, die unabhängig vom einzelnen Marktplatz gilt: Nicht für den eigenen Shop produzieren und anschließend für Marktplätze anpassen, sondern von vornherein für die strengste Vorgabe im eigenen Kanalmix. Konkret heißt das im Regelfall Zalando, weil dort das schmalste Seitenverhältnis und die höchste Best-Practice-Auflösung zusammenkommen.
Ein Bild in 1801 × 2600 px lässt sich auf About Yous 3:4 beschneiden und auf Amazons Mindesthöhe herunterrechnen. Umgekehrt funktioniert es nicht: Aus einem 1125 × 1500 px großen About-You-Bild wird kein regelkonformes Zalando-Bild, weil sowohl Auflösung als auch Seitenverhältnis fehlen. Diese Reihenfolge ist der einzige Punkt dieser Seite, der über alle vier Marktplätze hinweg Geld spart.
Der zweite Hebel ist die Trennung zwischen Packshot und Model-Ansicht. Der freigestellte Packshot ist eine fotografische Aufgabe: ein Stück, ein Tisch oder eine Hohlform, reinweißer Hintergrund. Die Model-Ansichten dagegen sind Varianten desselben Stücks in verschiedenen Posen und Perspektiven — und genau dort entsteht bei mehreren Marktplätzen der Mengenbedarf.
Wie sich die Ansichten ohne Shooting erzeugen lassen
Genau an dieser Trennung setzt der generierte Weg an. GridShot erzeugt aus einem vorhandenen Produktfoto On-Model-Ansichten in verschiedenen Posen und Perspektiven — also die Bilder zwei bis sieben, nicht das erste. Ein Lauf liefert 16 bis 25 Varianten in 5 bis 15 Minuten, aus denen ausgewählt wird; abgerechnet wird 1 US-Dollar je veröffentlichtem Bild plus die tatsächlich angefallenen Rechenkosten von wenigen Cent. Neue Konten starten mit 10 US-Dollar Guthaben.
Was dabei ehrlicherweise dazugehört: Das Ausgangsfoto muss existieren. Der freigestellte Packshot für Zalandos Katalogansicht oder das Hauptbild bei Otto bleibt eine Kameraaufgabe. Und das exakte Zielformat — Zalandos 1:1,44 in 1801 × 2600 px, About Yous 3:4 in 1500 × 2000 px — entsteht im letzten Schritt durch Zuschnitt und Export in der eigenen Bildpipeline, nicht automatisch bei der Generierung. Produkte kommen per URL-Import oder für größere Sortimente per CSV-Import ins System; für Shopware- und Shopify-Kataloge gibt es die Shopify-Anbindung.
Was der generierte Weg tatsächlich verändert, ist nicht die Bildliste, sondern die Kostenkurve: Die zweite bis siebte Ansicht kostet nicht mehr so viel wie die erste. Was die klassische Produktion derselben Bildmenge kostet, steht aufgeschlüsselt im Beitrag Produktfotografie Preise 2026.
Die vier Detailseiten
- Zalando Bildrichtlinien — Pflichtbilder je Sortiment, 1:1,44, Hintergrund-Codes, Model-Regeln und die Wahrheit hinter der Zahl 7.
- Otto Produktbilder: Anforderungen — was belegbar ist, was nur berichtet wird, und wie man mit einer nicht öffentlich dokumentierten Vorgabe plant.
- Amazon Bildanforderungen für Mode — 85 %, Reinweiß, Modellpflicht für Erwachsenenmode und das ausdrückliche Verbot von Ghost Mannequins im Hauptbild.
- About You Bildrichtlinien — Büsten- und Model-Ansicht, 3:4, #F4F4F5 und was bei Ablehnung passiert.
Checkliste vor dem ersten Listing
- Für jede bespielte Plattform die eigene Warengruppe im Partnerbereich nachgelesen — nicht in einer Übersicht wie dieser.
- Strengste Vorgabe im Kanalmix identifiziert und als Produktionsstandard festgelegt.
- Ausgangsmaterial in einer Auflösung produziert, die den höchsten Zielwert erfüllt, statt später hochzurechnen.
- Je Artikel geklärt, welche Ansicht die Katalog- beziehungsweise Hauptansicht wird und ob sie Packshot oder Model sein muss.
- Geprüft, dass kein Bild doppelt eingereicht wird, um eine Pflichtzahl zu erfüllen.
- Hintergrundwerte je Bildtyp gesetzt statt „irgendwie weiß".
- Dateinamen ohne Umlaute und Sonderzeichen, Farbraum RGB.
- Ein Testartikel vollständig durch das Onboarding geschickt, bevor 300 Artikel eingespielt werden.
Häufige Fragen zu Marktplatz-Bildrichtlinien
Welche Bildanforderungen haben Zalando, Otto, Amazon und About You?
Zalando verlangt 1:1,44 im Hochformat, mindestens 762 × 1100 px und für Mode drei regelkonforme Bilder. About You verlangt 3:4, mindestens 1125 × 1500 px sowie mindestens eine Büsten- und eine Model-Ansicht. Amazon verlangt für Mode mindestens 1600 px Höhe, ein reinweißes Hauptbild mit 85 % Flächenfüllung und insgesamt fünf bis sieben Bilder. Für Otto gibt es keine öffentlich dokumentierte Primärquelle; verbindlich ist dort der Partnerbereich. Stand: August 2026.
Stimmt es, dass Zalando 7 Ansichten je Artikel verlangt?
Nein. Diese Zahl kursiert in vielen deutschsprachigen Übersichten, steht aber nicht in Zalandos eigener Partnerdokumentation. Dort sind für Mode drei regelkonforme Bilder verlangt: eine Katalogansicht plus zwei weitere Ansichten. Im Premium- und Designer-Segment sind es fünf. Die Sieben hat eine belegbare Herkunft: Zalandos Produktdaten-Feed bietet sieben Bildplätze je Artikel (images_01 bis images_07). Sieben ist also das Maximum an Bild-Slots im Feed — nicht die Pflicht.
Kann ich dieselben Produktbilder für alle Marktplätze verwenden?
Nur, wenn sie für die strengste Vorgabe produziert wurden. Zalandos 1:1,44 und About Yous 3:4 sind verschiedene Seitenverhältnisse, und ein Bild lässt sich nur beschneiden, nicht erweitern. Wer in der höchsten geforderten Auflösung und mit Reserve am oberen und unteren Bildrand produziert, kann für die übrigen Kanäle ableiten. Umgekehrt entstehen Nachproduktionen.
Was passiert, wenn Bilder die Anforderungen nicht erfüllen?
Das hängt vom Marktplatz ab. Bei About You geht der Artikel nicht live und wird auch nicht berechnet. Amazon nennt als Folge fehlender oder nicht regelkonformer Hauptbilder die Entfernung des Artikels aus der Suche. Zalando lehnt einzelne Bilder ab, unter anderem bei fehlenden Pflichtansichten, unpassendem Hintergrund oder doppelt eingereichten Aufnahmen. In allen Fällen ist der Fehler vor dem Einspielen billiger als danach.
Welche Auflösung sollte ich produzieren, wenn ich mehrere Marktplätze bediene?
Orientierung ist der höchste Zielwert im eigenen Kanalmix, im Regelfall also Zalandos Best Practice von 1801 × 2600 px. Daraus lassen sich About Yous 1500 × 2000 px und Amazons Mindesthöhe von 1600 px ableiten. Der umgekehrte Weg funktioniert nicht: Hochrechnen erzeugt keine Details, die im Ausgangsbild nicht vorhanden sind.
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