Amazon Bildanforderungen für Mode: Hauptbild, 85 Prozent und die Modellpflicht
Was Amazon von Modebildern verlangt
Amazon verlangt für Modeartikel mindestens fünf und höchstens sieben Bilder je Produkt: ein Hauptbild plus bis zu sechs weitere. Das Hauptbild muss einen reinweißen Hintergrund haben (RGB 255/255/255, #FFFFFF), das Produkt muss mindestens 85 Prozent der Bildfläche füllen, und Erwachsenenmode muss am Model abgebildet sein. Kinder- und Babymode, Accessoires sowie Multipacks und Sets dagegen ausdrücklich ohne Model.
Amazon ist damit der einzige der vier großen Mode-Marktplätze, der die Model-Frage im Hauptbild verbindlich in eine Richtung beantwortet — und der im selben Atemzug sichtbare Schaufensterpuppen und Ghost Mannequins im Hauptbild verbietet. Für Marken, die bisher mit Hohlform-Aufnahmen arbeiten, ist das der teuerste Satz dieser Seite.
Stand: August 2026, mit einer Einschränkung, die dazugehört: Die modespezifischen Regeln stammen aus Amazons „Seller Imaging Guidelines — Clothing & Accessories" in der Ausgabe Frühjahr 2021. Eine neuere öffentliche Fassung dieses Mode-Leitfadens ist nicht auffindbar. Die allgemeinen Bildanforderungen auf Amazons Verkäuferseiten sind aktuell und decken sich in den Kernpunkten. Verbindlich und aktueller ist in jedem Fall die Bilddokumentation im eigenen Seller-Central-Zugang, weil sie kategoriespezifisch gepflegt wird. Beide öffentlichen Quellen sind direkt abrufbar: der Mode-Leitfaden als PDF und die allgemeinen Bildanforderungen auf Amazons Verkäuferseiten. Die Seller-Central-Hilfeseiten selbst liegen hinter dem Login und lassen sich ohne Verkäuferkonto nicht aufrufen (Links zuletzt geprüft am 13. August 2026).
Die Anforderungen im Überblick
| Anforderung | Vorgabe |
|---|---|
| Anzahl Bilder je Produkt | Mindestens 5, maximal 7 (1 Hauptbild plus bis zu 6 weitere) |
| Hintergrund Hauptbild | Reinweiß, RGB 255/255/255 (#FFFFFF); graue Hintergründe sind unzulässig |
| Flächenfüllung Hauptbild | Produkt füllt mindestens 85 % der Bildfläche |
| Mindesthöhe (Mode) | 1.600 px |
| Maximale Kantenlänge | 10.000 px längste Seite |
| Auflösung | Mindestens 72 dpi |
| Dateiformat | JPEG bevorzugt; für das Hauptbild nennt der Mode-Leitfaden JPEG und TIFF, die allgemeinen Dateivorgaben JPG oder PNG |
| Farbraum | RGB oder CMYK; RGB wird empfohlen, weil CMYK auf der Website Farbabweichungen zeigen kann |
| Erwachsenenmode | Am Model abzubilden |
| Kinder, Baby, Accessoires, Multipacks und Sets | Ohne Model abzubilden |
| Bildausschnitt Hauptbild | Amazon spielt Hauptbilder „half-face" (ab Nase abwärts) aus — Darstellungshinweis, keine Zuschnittpflicht; Zusatzbilder dürfen das ganze Gesicht zeigen |
| Dateibenennung | Produktkennung plus Variantencode: .MAIN, .PT01, .PT02 …, .FL01 für die Off-Model-Aufnahme |
Was im Hauptbild verboten ist
Amazon führt für das Hauptbild eine explizite Verbotsliste. Sie ist der praktisch nützlichste Teil des Regelwerks, weil hier die meisten Ablehnungen entstehen:
- Sichtbare Schaufensterpuppen — und ausdrücklich auch Ghost Mannequins, also Hohlform-Aufnahmen. Beides ist im Hauptbild unzulässig.
- Graue Hintergründe. Reinweiß ist reinweiß; „fast weiß" wird als Fehler behandelt.
- Kinder- und Babymodels. Alle Kinder- und Babyartikel müssen ohne Model abgebildet werden. Unterwäsche, Bademode und Trikots an Kinder- oder Babymodels sind generell verboten und führen zur Entfernung.
- Models, die knien, sich anlehnen oder liegen. Im Hauptbild wird gestanden.
- Requisiten und Beiwerk, das nicht mitgeliefert wird — Essen, Getränke, Handtaschen, Accessoires.
- Mehrere Produktansichten in einem Bild. Eine Bildmontage aus Front und Rücken ist kein zulässiges Hauptbild.
- Werbetext wie „Sale" oder „Gratisversand", sowie Logos, Grafiken und Badges, die nicht Teil des Produkts sind.
- Verpackung, Marken-Aufsteller oder Anhänger.
- Sichtbares Haar vor dem Produkt. Haare gehören hinter die Schulter und dürfen keinen Teil des Kleidungsstücks verdecken.
Amazon nennt als Folge fehlender oder nicht regelkonformer Hauptbilder ausdrücklich die Entfernung des Artikels aus der Suche. Das ist keine stille Qualitätsabwertung, sondern der Verlust der Auffindbarkeit.
Das Ghost-Mannequin-Problem
Für viele Modehändler ist das die folgenreichste Einzelregel. Die Hohlform-Aufnahme — Kleidungsstück mit Körperform, aber ohne sichtbare Person — ist in der europäischen Katalogfotografie ein Standardformat und bei Zalando sogar eine zulässige Katalogansicht. Bei Amazon ist sie als Hauptbild für Erwachsenenmode ausgeschlossen, weil dort das Model verlangt wird.
Wer also einen Katalog besitzt, der auf Ghost-Mannequin-Aufnahmen aufgebaut ist, hat für Amazon kein verwendbares Hauptbild — auch dann nicht, wenn die Bilder technisch einwandfrei sind. Die Hohlform bleibt als Zusatzbild nutzbar; das Hauptbild muss neu entstehen. Wie sich dieser Schritt ohne komplettes Neushooting lösen lässt, steht im Beitrag Von Ghost Mannequin zu On-Model.
Der Bildausschnitt je Warengruppe
Amazon empfiehlt für das Hauptbild nicht einen Ausschnitt für alles, sondern vier verschiedene je nach Kleidungsstück. Diese Systematik ist in Sekundärquellen praktisch nie zu finden, entscheidet aber darüber, ob ein Bild professionell wirkt:
| Ausschnitt | Wofür | Bildgrenzen |
|---|---|---|
| Ganzkörper | Kleider, Anzüge und Smokings, Sleep-Sets, Einteiler, Bademäntel und Nachthemden, Pullover, Jacken und Outerwear unterhalb des Knies | Produkte, die bis zum Knie oder tiefer fallen |
| Oberkörper | Tops und T-Shirts, einteilige Badeanzüge und Rash Guards, Pullover, Jacken und Outerwear oberhalb des Knies | Unterhalb der Fingerspitzen bis oberhalb des Knies |
| Ab Taille abwärts | Hosen und Jeans, Shorts und Röcke, Leggings und Pyjamahosen | Von leicht oberhalb des Nabels beziehungsweise unterhalb des Rippenbogens bis unterhalb der Füße |
| Quadratisch | Unterwäsche, Bademode und Unterteile oberhalb des Knies; BHs und Sport-BHs, Swim Tops, Slips und Bikinihosen | BHs oberhalb des Nabels; Swim Tops unterhalb des Nabels zur Abgrenzung vom BH |
Eine fünfte Regel gilt für Sportbekleidung: Ist das Rückendetail das eigentliche Verkaufsargument, empfiehlt Amazon die Rückansicht als Hauptbild statt der Frontalaufnahme.
Diese Systematik ist auch für den generierten Weg relevant, weil sie erklärt, warum ein pauschales Ganzkörper-Framing für alle Artikel falsch ist: Eine Jeans im Ganzkörperbild verschenkt Fläche, ein Maxikleid im Oberkörperausschnitt verfehlt die Vorgabe.
Eine Shot-Liste, die die Vorgaben erfüllt
Amazon nennt fünf bis sieben Bilder als Zielkorridor und benennt zwei davon als besonders wichtig. Für ein Damen- oder Herren-Oberteil sieht die Liste so aus:
- Hauptbild (.MAIN): Frontalansicht am Model, reinweiß, 85 % Flächenfüllung, stehend, ohne Requisiten (Amazon spielt Hauptbilder „half-face", also ab Nase abwärts, aus — Darstellung, keine Zuschnittpflicht).
- Rückansicht am Model (.PT01): von Amazon als „besonders wichtig" eingestuft.
- Detailaufnahme am Model (.PT02): Material, Naht, Verschluss oder Print.
- Gestylte Aufnahme (.PT03): darf einen anderen Hintergrund haben, Requisiten enthalten und das ganze Gesicht zeigen — Zusatzbilder sind deutlich freier als das Hauptbild.
- Legeaufnahme ohne Model (.FL01): Amazon empfiehlt ausdrücklich, zu jedem am Model fotografierten Artikel eine Off-Model-Aufnahme zu ergänzen.
- Optional: zweite Detailaufnahme flach fotografiert.
- Optional: kurzes Video anstelle eines Zusatzbildes — auch das zählt als Variante.
Für die Legeaufnahme gibt Amazon Handwerkliches vor: flach fotografieren mit Nadeln, Einlage oder Füllung, Nähte als Symmetriehilfe, Ware gedämpft und frei von losen Fäden. Multipacks und Sets werden kaskadierend von links oben nach rechts unten gelegt, dunkelstes Teil oben links.
Wie sich die Ansichten ohne Shooting erzeugen lassen
Die Positionen 1 bis 4 der Liste sind On-Model-Ansichten desselben Kleidungsstücks — und damit genau die Bilder, die sich aus einem vorhandenen Produktfoto generieren lassen. GridShot liefert je Lauf 16 bis 25 Posen-Varianten in 5 bis 15 Minuten; abgerechnet wird 1 US-Dollar je veröffentlichtem Bild plus die tatsächlich angefallenen Rechenkosten von wenigen Cent. Neue Konten starten mit 10 US-Dollar Guthaben.
Für Amazon ist der Fall besonders klar, weil die Modellpflicht im Hauptbild und das Ghost-Mannequin-Verbot zusammenfallen: Wer einen Katalog aus Freisteller- oder Hohlform-Aufnahmen besitzt, braucht für jeden Artikel ein On-Model-Hauptbild, das es bisher nicht gibt. Das ist die Ausgangslage, für die der generierte Weg gebaut ist.
Was ehrlicherweise dazugehört:
- Ein brauchbares Ausgangsfoto muss existieren. Freisteller oder Hohlform reichen als Ausgangsmaterial — aber irgendein Foto des echten Artikels muss vorhanden sein.
- Der Bildausschnitt je Warengruppe ist eine Entscheidung, keine Automatik. Ganzkörper für lange Teile, Oberkörper für Tops, ab Taille für Hosen: Das gehört vor dem Lauf festgelegt und beim Zuschnitt geprüft.
- Reinweiß und 85 Prozent entstehen im Export. Die Flächenfüllung und der exakte Hintergrundwert sind Zuschnitt- und Freistellungsarbeit in der eigenen Bildpipeline, hinter der Generierung.
- Die Kennzeichnungsfrage gehört auf den Tisch. Wer KI-generierte Bilder in der EU veröffentlicht, fällt unter die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der EU-KI-Verordnung, die seit dem 2. August 2026 gelten. Das ist keine Amazon-Regel, aber es betrifft dieselben Bilder — und gehört in die eigene Rechtsberatung, nicht in eine Blog-Fußnote.
Produkte kommen per URL-Import ins System, größere Sortimente per CSV-Import. Die Anforderungen der übrigen Marktplätze stehen im Überblick zu den Bildrichtlinien der Mode-Marktplätze; was die Bildproduktion klassisch kostet, im Beitrag Produktfotografie Preise 2026; wie viele Bilder je Artikel generell sinnvoll sind, im Beitrag Wie viele Produktbilder pro Artikel?.
Checkliste für Amazon
- Fünf bis sieben Bilder je Produkt eingeplant, davon Front und Rücken verpflichtend als Kern.
- Hauptbild reinweiß (#FFFFFF), Produkt füllt mindestens 85 % der Fläche.
- Erwachsenenmode am Model; Kinder, Baby, Accessoires, Multipacks und Sets ohne Model.
- Kein Ghost Mannequin und keine sichtbare Schaufensterpuppe im Hauptbild.
- Model steht, kniet nicht, lehnt nicht, liegt nicht; Haare hinter der Schulter.
- Berücksichtigt, dass Amazon Hauptbilder „half-face" ausspielt (keine Zuschnittpflicht).
- Bildausschnitt nach Warengruppe gewählt: Ganzkörper, Oberkörper, ab Taille oder quadratisch.
- Mindestens 1.600 px Höhe, maximal 10.000 px längste Seite, RGB.
- Keine Werbetexte, Logos, Badges, Verpackungen oder Anhänger im Bild.
- Dateien korrekt benannt: .MAIN, .PT01 fortlaufend, .FL01 für die Off-Model-Aufnahme.
Häufige Fragen zu Amazons Bildanforderungen für Mode
Wie viele Bilder verlangt Amazon je Modeartikel?
Amazon nennt auf Basis eigener Kundenstudien mindestens fünf und maximal sieben Bilder je Produkt: ein Hauptbild plus bis zu sechs weitere Ansichten. Darin sollten eine klare Front- und eine Rückansicht enthalten sein sowie Detailaufnahmen, die alle Blickwinkel abdecken. Eine der Zusatzansichten darf auch ein kurzes Video sein. Stand: August 2026.
Muss Kleidung bei Amazon an einem Model abgebildet werden?
Für Erwachsenenmode ja: Amazon gibt vor, dass Erwachsenenbekleidung am Model abgebildet wird. Kinder- und Babyartikel, Accessoires sowie Multipacks und Sets sind dagegen ausdrücklich ohne Model abzubilden. Sichtbare Schaufensterpuppen und Ghost Mannequins sind im Hauptbild unzulässig.
Welchen Hintergrund und welche Größe verlangt Amazon für das Hauptbild?
Das Hauptbild muss einen reinweißen Hintergrund haben, RGB 255/255/255 beziehungsweise #FFFFFF; graue Hintergründe sind unzulässig. Das Produkt muss mindestens 85 Prozent der Bildfläche füllen. Für Mode nennt Amazon eine Mindesthöhe von 1.600 px, maximal 10.000 px auf der längsten Seite und mindestens 72 dpi.
Sind Ghost-Mannequin-Aufnahmen bei Amazon erlaubt?
Im Hauptbild nicht. Amazon führt Ghost Mannequins und sichtbare Schaufensterpuppen ausdrücklich unter den Dingen auf, die ein Hauptbild nicht enthalten darf, und verlangt für Erwachsenenmode stattdessen die Abbildung am Model. Als zusätzliche Ansicht bleibt die Hohlform nutzbar — das Hauptbild muss jedoch anders entstehen.
Was passiert, wenn das Hauptbild die Anforderungen nicht erfüllt?
Amazon nennt als mögliche Folge fehlender oder nicht regelkonformer Hauptbilder die Entfernung des Artikels aus der Suche. Bei den generell verbotenen Inhalten — etwa Unterwäsche oder Bademode an Kinder- oder Babymodels — nennt Amazon die Entfernung nicht als Möglichkeit, sondern als Folge.
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